Weißer Elefant in Meißen

Weißer Elefant in Meißen

Kein Ort Europas ist so sehr Synonym für Porzellan wie Meißen.

In 300 Jahren hat sich dort eine künstlerische und handwerkliche Tradition herausgebildet, die wirkmächtig ausstrahlt. Hier ist die Technologie entwickelt worden, Werkstoffgeheimnisse wurden erforscht und von Künstlerinnen und Künstlern in Formen gebracht.

Mit der Künstlergruppe “Weißer Elefant” tritt erstmals in der Geschichte der Stadt eine Künstlergruppe auf, die sich ganz dem besonderen keramischen Material verschrieben hat. Die Frauen und Männer haben es unternommen, jenseits der betriebspolitischen Einschränkungen einer Manufaktur, das künstlerische Potenzial des Porzellans auszuloten.

Jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit dem Werkstoff verbindet sich bei ihnen mit höchster Kreativität und Innovationsfreude. Mit Vorliebe stellen sie der Tradition verbundene Seh- und Gestaltungsweisen auf den Kopf, oft humorvoll, manchmal drastisch. Sie überraschen mit immer neuen Lösungen für die Aufgabe, eine zeitgemäße Porzellankunst zu gestalten.

Porzellan, diese Diva unter den künstlerischen Materialien, fordert heraus:

Die Brillanz des weißen Scherbens und der spiegelnden Glasur zwingen zu formaler Akkuratesse. Der Einsatz von Farbe will wohl kalkuliert sein. Die Unwägbarkeiten des Brandes müssen ausgehalten werden.

Porzellan ist und bleibt ein Faszinosum – für die Künstler, die sich ihm zuwenden, und für den Betrachter, der aufregende Porzellankunstwerke zu genießen versteht.

Christian Lechelt, M.A., Kunsthistoriker