Schirmherr “Heinz Eggert”

 

 

 

 

Heinz Eggert – ist Schirmherr der Künstlergruppe “Weißer Elefant” und hielt die → Eröffnungsrede am 27. April 2012.

Auf diesem Wege wollen wir hier, die Gründungsmitglieder der Künstlergruppe “Weißer Elefant”, Ihnen Heinz Eggert vorstellen, Ihm dafür danken und, und  … Ja.!

Wie fasst man dies in Worte? Wir sind doch keine Schriftsteller, Journalisten …? Wir – können nur mit Porzellan. Vielleicht geht es so? Wir lassen einfach eine seiner Kolumnen “sprechen”. Eine Morgenpostkolumne vom 6. Januar 2008:

Gute Wünsche und wirkliche Dankbarkeit

Die erste Woche des neuen Jahres verlief wie das reale Leben.

Silvester feierten wir mit Freunden und Nachbarn in das neue Jahr. Dann piepsten sich die Handys mit Neujahrsgruss-sms`en heiser. Die guten Wünsche für 2008 überschlugen sich. Die Welt schien nur noch aus lebendiger Freundlichkeit, gutem Wein und guten Wünschen zusammengebastelt zu sein. So war das noch am 1. Januar.

Am 2. Januar gingen wir zu Beerdigung um Abschied von einem Freund zunehmen. So dicht liegen Feste feiern, Freude, Neubeginn und Trauer zusammen. 91 Jahre war er alt geworden. Mit 85 Jahren lief er täglich noch auf den Hochwald um fit zu bleiben. Andere stöhnen schon mit 50 bei einmaliger Besteigung. Drahtig und athletisch nahm er noch am Isergebirgsskilanglauf und am berühmten Wasa-Lauf, dem ältesten Skilanglauf der Welt, teil und genoss es, das er der älteste Teilnehmer war. Fast 40 jahrelang war Gerhardt Gruner der engagierte Chefarzt der Kinderklinik in Zittau. In Meißen war er geboren und auf die Fürstenschule gegangen. Dann der Krieg und das Studium.

Kinderarzt war nicht sein Beruf sondern seine Berufung. Damit motivierte er seine Mitarbeiter, damit aktivierte er Mitstreiter und damit rettete er Leben. Viele Leben. Sein Motto war:“ Wir müssen alles versuchen!“ Mit seinen Bergkameraden zusammen baute er eigenhändig eine Sauna für die Kinder. Das Baumaterial „ organisierte“ er außerplanmäßig. Er war in keiner Partei, aber die SED Entscheidungsgrößen hatten auch Kinder. So nutzt er diese Beziehungen für alle.

Obwohl kirchliche Symbole in staatlichen Krankenhäusern nicht geduldet waren, ließ er in der Adventszeit „Herrnhuter Sterne „ aufhängen und sie unter der Rubrik „ Agitationsmaterial“ verbuchen. Mit sehr begabten Technikern erfand und ertüftelte er Techniken für die Kinderheilkunde. Etliches davon wurde dann von der DDR exportiert. Im Westen Deutschlands wäre er damit bestimmt Millionär geworden. Im Osten fehlte oft das Material um die Erfindungen in die Praxis umzusetzen. Als ich ihn an einem Sommerabend 1980 einmal zuhause besuchte, stellte er zusammen mit seiner Frau in der häuslichen Küche aus-selbst besorgtem- Kautschuk kleine Tuben her , damit die Nasenscheidewand der Frühgeborenen bei künstlicher Beatmung nicht verletzt wurde. So machte er für alle immer wieder deutlich, dass ein Mangel an Materiellen, nicht zwangsläufig auch ein Mangel an Engagement und Mitmenschlichkeit sein musste.

Jeder Krankenhausmitarbeiter im Westen bekam mehr Rente als er als ehemaliger Chefarzt im Osten. Aber das störte ihn nicht. Er hatte seinen großen Freundeskreis, konnte endlich auch in den Alpen auf die Berge steigen. Sorgen macht ihm nur, dass die Jagd nach dem Materiellen immer mehr die eigentliche Lebensqualität in den Hintergrund zu stellen schien.

Auch als wir von der Trauerfeier aus der Kirche kamen, war er viel lebendiger für uns als tot. Die nächste Generation sind wir, sagte dann ein Freund nachdenklich. Das stimmt und dass ist auch nicht zu ändern. Entscheidend wird nur sein, ob andere uns in freundlicher Erinnerung etwas zu verdanken haben. Oder?

Heinz Eggert

1946 geboren  in Rostock
Lehre bei der Deutschen Bahn, dann Fahrdienstleiter in Warnemünde
Wehrdienst bei der NVA
Maßregelung nach Stellungnahme gegen die Niederschlagung des »Prager Frühlings«
1969-1974 Studium der Theologie in Rostock
danach Arbeit als Gemeindepfarrer in Oybin und als Studentenpfarrer in Zittau
1990 Wahl zum Landrat von Zittau
seit Oktober 1990 Mitglied der CDU
1991-1995 Innenminister – Ernennung zum Innenminister durch Biedenkopf; bis 1995 im Amt
1992 – Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
seit 1994 Landtagsabgeordneter in Sachsen
1996 bis September 2002 moderierte er mit Erich Böhme den Grünen Salon auf n-tv.
Seit April 2010 ist Heinz Eggert als Nachfolger Präsident der Fernsehakademie Mitteldeutschland in Leipzig.

Die Künstlergruppe “Weißer Elefant” sagt: “Dankeschön!”

Andreas Ehret
Olaf Fieber
Gudrun Gaube
Silvia Klöde
Sabine Wachs